Die 3 Bet(h)en

Die 3 Bet(h)en

Der Artikel hat eigentlich nicht direkt etwas mit Kräutern zu tun, aber ich bin durch einen Artikel von Tassilo Halbritter auf die drei Damen aufmerksam geworden und denke, dass mystisches Hintergrundwissen von manchen Kräuterhexen erwünscht ist.

Die drei Beten haben einmal überhaupt nichts mit Roten Rüben zu tun, wie es der lateinkundige Botaniker vielleicht annehmen könnte (Beta vulgaris = rote Rübe ).
„Googelt“ man nach ihnen, dann tauchen verschiedene websides und blogs/chatrooms auf, die von wenig vertrauenserweckend über unverständlich paläolinguistisch („ursprachforscherisch“ oder so ähnlich) bis zu eindeutig esoterisch und Fantasy-Plattformen reicht. Meine daraus heruntergeladene und ausgedruckte Zusammenfassung war als Gutenacht-Lektüre wenig zufriedenstellend und ich beschloss, weitere Nachforschungen in der realen Welt der Bücher zu betreiben.

Wer sind nun die drei Bet(h)en, Be(e)den wirklich?
Für mich sind sie die ewige Natur. Bet(h) bedeutet auf keltisch immerwährend, ewig und die Welt. Und die drei Damen sind Allegorien des Kreislaufs der Natur, hervorgegangen aus der alles gebärenden Urmutter Natur.
Ambeth, Wilbeth und Borbeth sind ihre Namen, die in Vielerlei Abwandlungen durch unsere Geschichte und Mythologie sickern.

Ambeth, die Gebärende: Sie ist die Erde, die alles hervorbringt und alles Vergängliche wieder aufnimmt, um daraus Neues zu schaffen. Das Füllhorn in Form der sich in den Schwanz beißenden Schlange Oroboros.

Wilbeth, die Wechselnde: Wil lebt in „wheel“ als (drehende, wechselnde) Scheibe weiter. Gemeint ist der Mond, als ewiges, aber doch wechselndes Gestirn, nach dem die Kelten ihren Jahreszyklus und ihre Feste ausrichteten.

Borbeth, die Leuchtende: borm bedeutet auf keltisch warm, sie ist die wärmende, leuchtende Mutter, das weibliche Gegenstück zu den (antiken) Sonnengöttern.

Sie sind Erde, Sonne und Mond, sind die Gebärende, die Nährende und die Alternde, durchs wechselhafte, sich wiederholende Leben Führende.

Sie sind Frühling, Sommer und Herbst, der Zyklus des wechselndes Mondes, die Morgenröte die mittägliche Wärme und die Abenddämmerung.

Sie sind Geburt, Jugend und Alter, sind Schoß, Herz und Brust und bewegende leitende Hand.

Sie sind die Urmaterie, befruchtet durch das Licht und der ewigen Evolution ausgesetzt, das Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige.

Sie sind die Aspekte der steinzeitlichen Urmutter, die sich im drehenden achtspeichigen Jahreszyklus der Kelten widerspiegelt.

Amen!

Und Ambeth, Wilbeth und Borbeth sind nicht verschwunden. Sie leben weiter, so wie die Erde sich dreht und die Jahreszeiten aufeinander folgen.

Zum Abschluss seien mir noch ein paar Fragen – Feststellungen erlaubt, die zum Nachdenken anregen sollen:

Wen stellt die spätgotische Darstellung von drei Frauen im Dom zu Worms dar? Sie sind als S. Ambede, S. Willebede und S. Warbede beschriftet.

 

Im Gefolge der Hl. Ursula erscheinen drei Jungfrauen – ihre Namen werden als Einbetta, Worbetta und Wilbetta angegeben.

Auf einem Altar einer Wallfahrtskirche in Südtirol stehen drei Schnitzfiguren – französische Königstöchter, die in die Alpen geflohen sind – urkundlich vorerst als Ampet, Gaupet und Gwerbet genannt, werden ihre Namen später in Anbetta, Vilbetta und Gwerbetta umbenannt.

War der Samstag[1] früher s´Ambeths Tag (das „S“ als Artikel verstanden)?

Es ist schon interessant, dass auf S am(b)s-Tag Sonn-Tag und dann Mond-Tag folgen.

Was bedeutet die Darstellung der Anna selbdritt (Darstellung von Mariens Mutter Anna, Maria mit dem Jesuskind)?

Sind die Darstellungen von Maria als Jungfrau (Immaculata), Mutter Gottes und weise, alte Frau (Pieta mit dem Leichnam Christi) zufällig gewählt?

Unter den 14 Nothelfern gibt es drei Heilige – Margarethe, Barbara und Katharina. Sie sind als die drei heiligen Madln bekannt:
„Die Bärbel mit dem Turm,
die Gretel mit dem Wurm,
die Kathl mit dem Radl,
das sind die heiligen drei Madl!“
(nach den Attributen in der Darstellung (Ikonographie) und ihrem Martyrium)

Wieso trägt Barbara in alten Darstellungen ein Sonnenemblem auf der Brust? Sie wird mancherorts als Babet(t) angesprochen

Wer sind die drei Heiligen Frauen Spes, Fides und Caritas?

 

Ich möchte hier „Oberkraudara“ Franz Stürmer für die Überlassung des o.g. Artikels danken und mich zugleich entschuldigen, ein paar Laufmeter Quellenzitate nicht angeführt zu haben. Erste Hinweise gibt die wikipedia/Suche: „3 bethen“.

Ihr Fredi Steiner


[1] Ich weiß natürlich über die Ableitung des Samstags von Sabat bzw. Saturday als Tag des Saturn aber….

… früher, in der nichtziviliserten Welt nördlich der Donau war der Dienstag (Tuesday) Tyr (Ziu) geweiht, Mittwoch (Wednesday) Wodan, Donnerstag Thor, Freitag Freya und die Göttin könnte den Reigen der Damen am Samstag, Sonntag und Montag eröffnet haben. Damit haben wir ein 3:4 Verhältnis Männer : Frauen, was sehr urtümlich klingen würde.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Die 3 Bet(h)en

  1. Veronika Goller

    Falls mal jemand im Oberinntal unterwegs ist ein Ausflugstipp:
    Zwischen Mils und Schönwies liegt die Kirche von Obsaurs auf einem ehemaligen vorchristlichen Quellheiligtum. Das alte Fresko der 3 heiligen Jungfrauen wurde zwar übermalt mit einem neuen Fresco (St. Anbeth, St, Wilbeth, St. Gwerbeth), der Ort (der Kraft) ist trotzdem sehr sehens- und erlebenswert.

    Liebe Grüße von Veronika,
    einer Tirolerin im Wein4tel

  2. Tassilo Halbritter

    Wenn jemand an meinen Beiträgen zu den Bethen interessiert ist (2 Artikel mit jeweils ca. 3 Seiten), so sende ich sie gerne zu.

    • daniela lauber

      habe grosses interesse an den 3 weisen frauen, jungfrauen, marien, bethen, nornen, moiren….vielen dank, daniela lauber

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